Auf ins Backpacker-Paradis: Cusco

Vom Titicacasee See aus ging es als nächstes nach Cusco, dem Must-See jeder Südamerika Reise. Wir hatten einen Ganztags-Bus gebucht, der uns über die Grenze dort hin bringen sollte. Wir fuhren bis zur Grenze, wo alles reibungslos von Statten ging. Der Bus war ausschliesslich mit Touristen beladen, an der Grenze zwischen Peru und Bolivien war man gut vorbereitet. Nach etwa einer halben Stunde verkündete unser Tour-Organisator uns dann, dass es Straßenblockaden auf der Strasse gäbe und wir voraussichtlich etwa eine Stunde mit unserem Gepäck bis nach Puno laufen müssten, von wo wir dann hoffentlich noch unseren Anschlussbus nach Cusco kriegen würden. Während alle Passagiere heiss diskutierten, telefonierte er schließlich weiter und kam nur wenig später mit neuen Infos zu uns: Wahrscheinlich sei es, dass wir die Blockaden gar nicht passieren könnten und wieder nach Bolivien zurück fahren müssten… Wir waren sprachlos. Da dachten wir mit dem Verlassen des Landes die Straßenblockaden zurückgelassen zu haben, so begrüsste uns Peru gleich mit dem selben Ärger? Na toll!

Unser Reiseleiter tauschte sich kurz mit einem entgegenkommenden Bus aus, wir vermuteten, um sich aktuelle Informationen von der Krisenregion zu besorgen, doch er kehrte erst gar nicht zurück, sondern stieg kurzerhand in den anderen Bus ein uns überließ uns unserem Schicksal. Unser Fahrer schien geneigt, sich die Situation vor Ort einmal anzusehen. Wir fuhren bis an die Blockade heran, leider so weit, dass auch kein Umkehren mehr Möglich war. Hier standen wir ein weilchen und beobachteten die Situation. Unser Fahrer war ausgestiegen und in der Menge verschwunden, in unserer grenzenlosen Naivität dachten wir, um einen Umgehungsweg auszukundschaften. Er kam dann nach einiger Zeit mit seinem Mittagessen zurück…

Aber wir wollen ihm kein Unrecht tun, vielleicht hat der gesättigte Magen auch sein Gehirn wieder mit Nährstoffen versorgt. Auf jeden Fall fasste er sich ein Herz und steuerte unseren Bus auf der Gegenfahrbahn, an allen anderen wartenden Autos vorbei, bis an die Blockade heran. Es waren lediglich ein paar VW-Busse quer auf der Strasse und einige Menschen, die zum Aufhalten des Verkehrs jedoch kaum geeignet waren. Wir hatten beobachtet, dass die Blockade für wichtige Autos, wie z.B. Krankenwagen, kurzzeitig geöffnet wurde. Das war wohl auch unserem Fahrer nicht entgangen. Wir warteten keine 10 Minuten vor der Blockade, als ein paar Schulbusse durchgelassen wurden. Blitzschnell drängelte unserer Fahrer unseren Bus in die Schulkolonne hinein, so dass den Protestanten keine Wahl blieb, als uns mit durchzulassen. Puh! Geschafft! Der Rest der Fahrt verlief dann reibungslos. Wir kamen noch rechtzeitig in Puno an, um den Anschlussbus nach Cusco zu nehmen, der tatsächlich ausgesprochen gemütlich war.

Wiedersehen mit Sarah

In Cusco angekommen suchten wir erstmal unsere Unterkunft auf, die ebenfalls recht nett war. In Cusco stehen noch viele Kolonialbauten. Auch einige der Hostels waren in solchen Gebäuden untergebracht, sehr stilvoll. Lange hatten wir allerdings nicht vor in Cusco zu bleiben, wir wollten auf den Machu Picchu und dann eigentlich schnell weiter Richtung Ecuador, wo uns wärmere Temperaturen erwarten würden. Wir waren müde von der Reise und legten uns deshalb direkt nach dem Abendessen ab.

Am nächsten Morgen hatten wir uns mit Sarah (der Schweizerin, mit der wir die Uyuni Tour gemacht hatten) zum zweiten Frühstück verabredet. Sie zeigte uns ein nettes, im Landhausstil eingerichtetes Café, in dem wir endlich mal wieder guten Latte Macchiato tranken und uns ein leckeres Stück Kuchen gönnten. Wir plauderten über unsere Erlebnisse und tauschten auch unsere Reisepläne aus, da wir eine ähnliche Route hatten. Sara hatte noch viele Ideen, was sie in Peru sehen wollte. Wir hingegen sehnten uns eigentlich nur noch nach der Sonne, wir hatten genug von Wanderungen und Action. Nach einigen Cappucini und etlichem Blättern in diversen Peru-Reiseführern hatte Sara uns dann überzeugt, doch noch ein wenig mehr von Peru zu sehen.

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So beschlossen wir, den Rest von Peru gemeinsam zu bereisen und arbeiteten eine nette Route aus. Sara hatte den Machu Picchu schon gesehen, sie fuhr deshalb schon einmal nach Arequipa vor, wo wir sie dann einholen würden. Wir klapperten den Rest des Tages noch einige Reisebüros ab, und buchten schließlich unsere Tickets für die Attraktion Nr. 1 in Peru: Die lange unentdeckte Inka Stadt auf dem Machu Picchu.

Salar de Uyuni – Tag 2

Der Zweite Tag begann sehr früh. Schon um 05:30 fuhren wir los, den Sonnenaufgang sahen wir uns aus dem Auto heraus an. Der Tag begann zudem direkt mit eine Hiobsbotschaft: Ich wollte gerade die ersten Sonnenstrahlen einfangen, die sich über die Bergspitzen wagten, doch leider wollte meine Kamera nicht mehr scharf stellen. Was ich auch versuchte, Autofokus, manueller Fokus, mit zwei versdchiedenen Objektiven, ich konnte keine scharfen Bilder mehr schiessen…

Am ersten Rastplatz angekommen, ich schmollte noch wegen meiner vermeindlich kaputten Kamera, entdeckte ich plötzlich ein kleines Tier auf einem der Felsen hocken, es starrte erwartungsvoll in meine Richtung. Aufgeregt winkte ich Adela zu mir, denn ich kannte dieses Tier, dass hier in den Anden heimisch ist nur zu gut: Es war ein Chinchilla in freier Wildbahn. Hier hätten sich wohl auch meine Kleinen wohl gefühlt.

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Ansonsten hielt sich die Fauna in dieser lebensfeindlichen Umgebung eher zurück. Einzig: Wir entdeckten noch ein paar Renn-Raupen, die offenbar für Olympia 2016 trainierten. Noch nie habe ich Raupen so schnell spurten sehen. Glücklicherweise funktionierte meine Kamera mit zunehmender Aussentemperatur wieder normal, so dass ich eine von ihnen virtuell einfangen konnte.

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Die Mittagspause machten wir an einer heissen Quelle. Wo wir nach zwei Tagen endlich mal wieder ein Bad nehmen konnten. In den spartanischen Unterkünften gab es in der Regel keine Duschen und wenn, wären sie wohl kaum warm gewesen. So nutzten wir die Gelegenheit, uns sauber zu schrubben und dabei gleichzeitig noch aufzuwärmen.

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Im weiteren Verlauf des Tages passierten wir noch einige Lagunen, in denen Horden von Pelikanen auf Nahrungssuche waren. Ihnen machte das Salzige Wasser und der hohe Siliziumanteil in der Erde offenbar ebenfalls nichts aus.

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Eine der Lagunen war die Laguna Verde, Mineralien sorgen für die grünliche Wasserfarbe.

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Zum Tagesabschluss hielten wir noch bei den Geysiren.

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Tag 2 in Bildern

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Die Salzwüste: Salar de Uyuni – Tag 1

Der Salar de Uyuni, der grösste Salzsee der Welt. Normalerweise startet die Tour durch den Salar von der gleichnamigen Stadt Uyuni aus. Auf Saras Anraten hatten wir die Tour jedoch gegen den Strom gebucht und starteten in Tupiza. Der Vorteil dieser Route ist, dass 1.) nur ein geringer Teil der Touristen diese Trecke fährt und man daher an den meisten, sonst belebten Spots seine Ruhe hat, 2.) man nur mit 4 Personen in einem Jeep sitzt statt mit 6-7 Personen, 3.) man 4 statt 3 Tage Zeit hat, die Landschaft zu geniessen und deshalb weniger hetzen muss und 4.) das Highlight der Tour erst am letzten Tag zu sehen ist und nicht gleich am ersten Tag. Wir hatten uns auf jeden Fall für das Richtige entschieden. Die Tour war grossartig! Der Fahrstil unseres Fahrers war zwar gewöhnungsbedürftig und wenig Komfortabel, auch seine Kommunikation war wenig vorbildlich, aber die Landschaften die wir sahen waren unbeschreiblich!

Salar de Uyuni – Tag 1

Am ersten Tag sahen wir noch verhältnismässig wenig Highlights. Die Landschaft war karg und bergig, hier und dort grasten Alpakas und Lamas auf den Hügeln. In einem etwas grüneren, fast trockenen Flussbett, machten wir eine Mittagspause und assen gemeinsam mit den Lamas, die hier häufig mit Federschmuck behangen sind.

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Das Essen war für eine mobile Küche vorbildlich. Täglich gab es Suppen, Eintöpfe, Kartoffeln, frisches Gemüse, Fleisch, Eier in allen Formen, Salat, ein Traum!

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Abends hielten wir dann in einem kleinen Bergdorf, wo wir Nachmittagstee und Abendessen einnahmen. Vor dem Schlafen gehen kam noch eine Horde Kinder zu uns und bestand darauf, uns etwas vorzusingen. Wir liessen es über uns ergehen und versuchten, aufgrund der Schüchternheit, mit der die kleinen ihre Songs vortrugen, nicht zu sehr zu grinsen.

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Der Sternenhimmel war so klar, keine Lichter einer Stadt verdarben die Sicht. Die Milchstrasse war vollständig zu sehen.

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Danach machten wir es uns in unserer kalten Behausung gemütlich, mümmelten uns in unsere Wolldecken und Schlafsäcke ein und ruhten uns für den nächsten Morgen aus.

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Die Bilder des ersten Tages

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