Samaipata Tag 4: La Yunga – Nebelwald die Zweite

An unserem letzten Tag machten wir einen erneuten Versuch, mit Anna einen Ausflug zu starten, diesmal sollte es klappen. Wir suchten uns wieder am Morgen einen Fahrer und wurden schnell fündig. Eigentlich hätten wir am liebsten die Kondore gesehen, die man hier von einem hohen Berg aus beobachten kann, allerdings hätte man dafür schon um 06:00 aufbrechen müssen, wonach uns nicht der Sinn stand. So fuhren wir ein zweites Mal in den Nebelwald, diesmal allerdings zu einem anderen Punkt. Der Fahrer tat sein bestes, uns über die holperige und matschige Strasse zum Ausgangspunkt zu bringen, einmal mussten wir allerdings das Auto mit den Berg hochschieben.

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Kapitulieren mussten wir allerdings, als ein Baumstamm und ein paar Felsbrocken quer auf der Strasse lagen, hier führte kein Weg mit dem Auto dran vorbei.

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Wir machten uns also von hier aus zu Fuss auf, glücklicherweise war es schon recht nah am Ausgangspunkt, für die Wandertour. Wir waren gerade über die Strassenblockade geklettert, als Anna auch schon mit ihren Wanderschuhen tief in einem modderigen Matschloch stecken blieb, na das kann ja heiter werden…

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Da das Wetter sich besserte, setzten wir die Tour trotzdem frohen Mutes fort, der Matsch war auch schnell getrocknet. Der von der Nacht eingeregnete Weg hingegen trocknete nicht so schnell, so mussten wir häufig am Wegrand entlang hangeln oder gleich ein Stück durch den Busch gehen, da der Weg extrem rutschig, matschig und glatt war.

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Tiere gab es auf dieser Höhe kaum zu sehen, lediglich einen Vogel konnten wir auf der gesamten Tour ausmachen, dafür war die Flora um so spannender. Nach etwa 45 Minuten erreichten wir den eigentlichen Nebelwald. Im Gegensatz zu unserer ersten Tour, war hier ein Weg aus metallenen Gehwegen durch den Dschungel gebaut worden, der einen durch die riesigen Mammut-Farne führte. Dadurch konnte man viel besser in das Innere des Waldes vordringen, als es uns bei der ersten Tour möglich gewesen war. Die teils ein Jahrtausend alten Bäume waren wirklich sehr beeindruckend.

pano pano

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Samaipata Tag 3: Las Cascadas

Wir waren eigentlich mit Anna verabredet gewesen, um gemeinsam zu den Cascadas, den Wasserfällen zu fahren. Aufgrund eines Zeitzonenproblems kamen wir jedoch eine Stunde zu spät, um sie abzuholen, sie war bereits aufgebrochen. Wir suchten uns also ein eigenes Taxi und fuhren ebenfalls dort hin. Viele bunte Schmetterlinge empfingen uns direkt am Eingang und begleiteten uns bei unserem Rundgang. Auch hier war es entspannt, nur wenige Menschen machen sich hier unter der Woche auf, um sich die Natur anzusehen. Wir rasteten am ersten Wasserfall, Adela posierte für meine Kamera.

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Während des Fotoshootings kam dann Anna vorbei, die mit einer Schweizerin, Sara, unterwegs war und die ihren Rundgang bereits beendet hatten. Wir plauderten ein wenig und erklärten die Situation. Dabei lernten wir auch Sara ein bisschen kennen, die uns noch ein Stück des Wegs begleiten sollte.

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Während die beiden sich wieder auf den Heimweg machten erkundeten wir weiter die Wasserfälle. Die angekündigten Schlangen auf den Trampelpfaden hielten sich vor uns verborgen, so gelangten wir unversehrt alle Wasserfälle. Es war ein längerer Flusslauf, der zwischendurch immer wieder aus einigen Metern Höhe herabregnete. Es war trotz der Höhe von etwa 2500m recht warm in der Sonne, leider hatten wir keine Badesachen dabei, sonst hätte man sich hier gut abkühlen können, wie es auch einige andere Menschen taten. Statt dessen beschränkten wir uns darauf, nur die Beine ins Wasser zu halten, die Schönheit der Natur zu geniessen und die perfekte Kulissen für unser Fotoshooting auszunutzen.

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Samaipata Tag 2: Inca Ruinen El Fuerte

Am Abend zuvor hatten wir im Hotel eine Engländerin, Anna, kennegelernt, die in Santa Cruz als Krankenschwester arbeitete. Mit ihr hatten wir erneut eine selbstorganisierte Tagestour vor, diesmal sollte es zu den Ruinas gehen, die Attraktion, weshalb die High-Society von Santa Cruz ihre Wochenenden in Samaipata verbringt. Die Ruinas waren nah gelegen und günstig mit dem Taxi zu erreichen. Dort angekommen buchten wir lediglich die Rundtour, ohne einen englisch-sprachigen Guide, der uns vielleicht noch etwas über die Kulktur hätte erzählen können. Naja, wir bekamen immerhin eine Broschüre in die Hand, in der auch das wesentliche beschrieben war.

Wir spazierten also den angelegten Rundgang entlag, der zwar wesentlich entspannter war als der Hike am Vortag, durch die Höhenlage ging uns allerdings doch in und wieder mal die Puste aus. Der Weg führte an allerlei Aussichtspunkten vorbei, die immer wieder tolle Blicke auf die Anden preisgaben.

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Nach einer knappen Stunde erreichten wir dann die Haupt Attraktie, einen alte Inca Kultstätte, in der offenbar Rituale stattgefunden haben. Es waren verschiebene Baustile zu beobachten. Die eigentlichen Ruinen waren nicht in dem Sinne erbaut, sondern vielmehr in den Stein hineingemeisselt worden. Mauern standen nich mehr wirklich, die Witterung hatte über die Jahre an dem Bauwerk genagt. Daneben waren noch Mauerreste zu erkennen, die offenbar deutlich später dazugebaut wurden, vermutlich von den Konquestadoren.

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Insgesamt waren die Ruinen nett zu betrachten, ein kleiner Vorgeschmack, auf den Machu Pichu, der uns ja noch bevorsteht. Sehr viel kleiner, dafür aber nicht überladen von Touristen. Genau das Richtige nach der Anstrengenden Wanderung am Vortag.

Wieder in Samaipata angekommen wollten wir eigentlich noch in den Refugio Park. Die Israelis hatten davon geschwärmt, es solle einen grossen Menschenaffen zum Anfassen dort geben. Alle Tiere seien Zahm, sie waren eigentlich nur deswegen nach Samaipata gefahren. Wir hatten gehört, dass es lediglich 2 Kilometer von dem Ort entfernt sei, und da uns unser Taxifahrer eine horrende Summe von ca. 2 Euro dafür abverlangen wollte, entschlossen wir uns zu laufen – ein Fehler. Wir suchten etwa eine Stunde nach dem Weg, fragen hier und dort, wurden immer wieder in verschiedene Richtungen geleitet, bis uns am Ende jemand sagte: “Dort wollt ihr hin laufen? Seit ihr verrückt, da seit ihr ja über eine Stunde unterwegs, und es geht nur die Berge rauf und runter!”. So liessen wir das Refugio aus, eine gute Idee wie sich hinterher herausstellte. Die Haltung der Tiere soll katastrophal gewesen sein die Tiere ungepflegt mit filzigem Haar, gehalten unter unwïrdigen Bedingungen, angekettet und zur Schau gestellt. Ein Glück mussten wir uns das nicht antun.

So gingen wir Abends noch in einem der zahlreichen Restaurants gut essen und anschliessend in der einzigen Bar des Ortes noch etwas trinken. Hier lernten wir noch den Australier Nick kennen, der sich in den Kopf gesetzt hatte, eine eigene Touragentur zu eröffnen und ausserdem den gesamten Tourismus in Bolivien komplett zu sanieren und zu modernisieren. Eine gute Idee wie wir beide fanden, allerdings sehr idealistisch. Naja, keine schlechte Eigenschaft. So liessen wir den Abend bei ein paar Bieren und einem Glas Wein ausklingen und planten die Tour für den kommenden Tag.

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