Fumaca – der rauchende Berg der Chapada Diamantina

Andrea, eine Englaenderin die wir im Hostel kennen gelernt hatten, schloss sich unserer Tour zum Fumaca Wasserfall an. Ihr moechte ich an dieser Stelle besonders danken, denn ohne sie waere es ein Foto-loser Blogeintrag geworden… Da meine Kamera leider nicht aufgeladen war, hat sie netterweise ihre Fotos zur Verfuegung gestellt. So waren wir mit unserem Guide Ari insgesamt zu viert. Die Fahrt mit dem Auto dauerte bestimm 1,5 Stunden, unterwegs besorgten wir uns noch etwas fuer die Mittagszeit, da es in der Wildnis keine Snackbuden geben wuerde. Der erste Anstieg verlief recht steil, eine knappe Stunde kletterten wir mehr, als das wir wanderten.

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Erstmal auf dem Bergruecken angekommen war die Strecke dann weitestgehend eben und etwas leichter zu begehen. Wir wanderten noch einmal etwa 1,5 Stunden auf dem Berg entlang, wobei Ari uns immer wieder Details aus der Natur zeigte und uns etwas dazu erzaehlte. So sahen wir z.B. Die kleinste Orchidee der Welt, die Bluete war wirklich kleiner als der Nagel meines kleinen Fingers.

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Orchideen wuchsen hier nahezu ueberall, dazu Bromelien und andere Baeume und Straeucher, mit bunten Blueten. Ari sagte, dass in ca. einem Monat der gesamte Berg Violett sein wuerde, da eine bestimmte, hier sehr haeufig auftretende Pflanze, immer um Ostern herum bluehte, zu diesem Zeitpunkt wuerden wir allerdings schon in Rio sein. So begnuegten wir uns mit den Eidechsen und Riesenheuschrecken, die uns ueber den Weg liefen, bis wir endlich das Flussbett erreichten, welches in dem Wasserfall enden sollte.

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Wir kletterten links vom Fluss entlang auf eine etwas hoeher gelegene Plattform, von der aus man den Wasserfall am besten sehen konnte. An dieser Stelle ist es wohl angebracht, etwas mehr ueber den Wasserfall zu sagen. Der Fumaca Wasserfall ist der zweit-hoechste Wasserfall des Landes, das Wasser faellt etwa 400 Meter in die Tiefe. Da der Fluss selten viel Wasser fuehrt, ist es lediglich ein wenig Wasser, was diesen langen Weg in den Abgrund antritt. Der oft kraeftige Wind in dieser Hoehe sorgt dafuer, dass das Wasser zur Seite weggeblasen und vaporisiert, was wie weg wehender Rauch (Fumaca) aussieht.

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Die Aussichtsplattform war ein einziger schmaler Felsvorsprung, der ueber die Kante des Abgrundes wuchs. Da es zudem recht windig war, legten wir uns flach auf den Boden und robbten uns an den Rand des Felsvorsprungs. Ein Blick ueber die Kante genuegte mir, um Adrenalin in meinem ganzen Koerper auszuschuetten, was fuer ein flatterndes Gefuehl von der Magengegend bis in die Fussspitzten sorgte, so dass ich schnell wieder zurueckrobgte. Adela, die mit Hoehen weniger Probleme hat, posierte noch ein bisschen auf dem Vorsprung, ich begnuegte mich damit, die Fotos zu schiessen. Dann nahmen wir in einem, schattigen Plaetzchen und luftiger Hoehe unser Mittagessen ein und genossen noch ein bisschen die wahnsinnige Aussicht von dem hoch gelegenen Bergruecken.

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Nach dem Abstieg durch die Nachmittgshitze waren wir dann auch fertig mit den Nerven, ich trank zwei gruene Kokusnuesse nacheinander, um meinen Durst zu stillen. Zurueck in der Pousada wartete dann schon die naechste Option auf uns. Die Amerikaner hatten einen Guide kennen gelernt, und mit ihm eine Zwei-Tages-Tour abgesprochen. Adela war nach drei Tagen Wanderung nicht mehr nach Wandern, sie wollte sich einen Tag Auszeit goennen. So entschied ich, ohne sie mit den anderen zusammen die Ueber-Nacht Tour zum Mochila Wasserfall zu machen. Ein wenig schlechtes Gefuehl beschlich mich allerdings, als ich unseren altbekannten und vertrauenswuerdigen Guide Ari nach dem Guide befragte, der uns begleiten sollte. Er kommentierte unsere Frage, ob er seine Telefonnummer habe, mit der Antwort: “Ich kenne ihn, aber ich habe seine Nummer nicht. Ich arbeite nicht mit ihm zusammen”. Etwas in seinem Ton liess uns weiter nachhaken. Nach ein bisschen nachbohren sagte er schliesslich, dass er seinen Job nicht sehr ernst nehmen wuerde und er deshalb nicht mit ihm zusammen arbeiten wuerde. Leider war nichts mehr zu machen, die anderen hatten bereits alles in die Wege geleitet und alleine konnte ich diese Tour nicht mehr machen, so entschied ich mich dennoch, die Tour mitzuwandern.

Hier noch ein paar Eindruecke von der Fumaca Tour:

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Diamantina Chapada – Sightseeing Tour

Puenktlich morgens um 08:30 stand der gecharterte Bus vor unserem Hostel. Wir hatten gut gefruehstueckt und waren bereit fuer die grosse Sightseeing Tour. DSC_0661

Als erste Station stand ein Wasserfall an, der in einem tiefen schwarzwaessrigen Becken endete, wie fast alle Wasserfaelle hier. Man konnte fuer 20 Reais an einem Seil herunter in den See hineinrutschen.

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Ich war gerade dabei etwas Geld herauszukramen, um mir den Thrill zu geben, als Shaun unseren Guide Ivan fragte: “Is it possible to jump into the pool?” Nachdem Ivan seine Frage bejahte riss sich auch schon schnell einer nach dem anderen die Kleider vom Leib und machte sich auf dem Weg zu einem etwas weiter unten gelegenen Felsvorsprung, von dem aus man aus etwa 5 Meter Hoehe in das Becken springen konnte. Die Jubelschreie waren gross, als einer nach dem anderen von der Klipe sprang. Auch Adela zog mit und Huepfte voller Anmut ueber den Felsvorsprung. Ich selbst machte von allen Fotos und sprang dann als letzter herunter, ein schoener Nervenkitzel!

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Danach versammelten wir uns wieder beim Bus und fuhren zur naechsten Etappe, einem der typischen Felsen in der Chapada. Wir fuhren mit dem Bus so nahe wie moeglich heran, den Rest erklommen wir dann an der Felswand entlang. Oben angekommen hatten wir eine tolle Aussicht ueber die Chapada. Am Horizont waren ueberall die Felsformationen zu sehen, ein spektakulaerer Anblick.

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Unser Guide Iwan erzaehlte noch eine romantische Geschichte ueber den Berg, dann ging es wieder bergab und zum naechsten Spot, wo es gleich zwei Attraktionen zu sehen gab. Zunaechst stiegen wir an einem Fluss entlang, bis zu dessen Quelle. Der Fluss kam direkt aus dem Felsen, aber nicht wie ein sprudelnder Bach, sondern aus einer Hoehle heraus, in der man auch tauchen konnte. Zusammen mit ein paar anderen besorgten wir uns also Schnorchelmasken und tauchten in die Hoehle hinein. Wir bekamen Lampen, damit wir in der Dunkelheit etwas sehen konnten. Es war schon ein etwas beklemmendes Gefuehl, das Tageslicht immer weiter hinter sich verschwinden zu sehen und nur noch im fahlen Licht der Lampen die Felswaende zu erkennen, sei es unter oder ueber Wasser. Nach einigen hundert Metern waren wir am Ende angekommen, von dort aus konnte man noch durch einen unterirdischen Gang tauchen, das haette aber professionelles Taucherequipment erfordert. So entschieden wir in der Gruppe, fuer einen Moment lang mal alle Lichter auszumachen, und so geschah es! Nichts weiter als Dunkelheit umgab uns, dabei das schwerelose Gefuehl im Wasser, das einzige Gerausch die eigene Atmung durch den Schnorchel, die in der Maske noch wiederhallte. Ich denke so in etwa muss es sich im Mutterleib anfuehelen, eine spannenden Erfahrung. Dann ging es zurueck und wieder ans Land, wo wir uns erst mal in der Sonne aufwaermen mussten, in der Hoehle war es doch ziemlich kalt…

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Dann gingen wir noch in die nahgelegehen Gruta Azul, die blaue Grotte. Nur zu einer bestimmen Tageszeit und bei passenden Wetterbedingungen scheint das Licht in diese Grotte und laesst das Wasser blau scheinen und schimmern. Wir hatten Glueck an diesem Tag und durften diesem Naturschauspiel beiwohnen.

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Dann ging es noch einmal mit dem Bus weiter, zu einer groesseren Hoehle, die mit zahlreichen gewachsenen Formationen aus Stalagnten und Stalagtiten aufwartete, in denen die Menschen alles moegliche Erkennen konnten. Wir wanderten wieder mit Taschenlampen durch die Hoehlen, ca. 1,5 Stunden denke ich, dauerte der Marsch. Unterwegs entdeckten wir wir Eis aussehende Tropfsteine, andere die wie riesige Pilze aussahen, eine Schildkroete, einen Riesen Phallus, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

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Die Guides untermalten die Gebilde teilweise noch mit Licht und Schattenspielen, auch hier spielten wir fuer ein paar Minuten das Spiel der stillen Dunkelheit. Neben all den leblosen Steinen, die sich im Laufe der Jahrtausende geformt hatten, trafen wir auch einen lebenden Bewohner dieser Hoehle. Neben Fledermaeusen hatte sich hier ein Grashuepfer niedergelassen und hoppelte ueber unseren Weg. Von Natur aus Blind hatte de Hoehlenbewohner statt dessen ungewoehnlich lange Fuehler, mit denen er seinen Weg erkundete.

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Wir geleiteten ihn in sicheres Terrain abseits des Trampelpfads fuer die Touristen und verliessen die Hoehle. Auf dem Rueckweg in die Zivilisation sahen wir auch zum ersten Mal eine riesige Spinne, haarig und pelzig, und bestimmt handteller-gross, so wie man sie gewoehnlich in Horrorfilmen vorgesetzt bekommt – Bah!

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Erschoepft fuhren wir dann nach 10 Stunden wieder nach Lencois zurueck, wo wir dann noch schnell die Tour fuer den naechsten Tag buchen mussten. So buchten wir wieder bei unserem Guide Ari, der uns am naechsten Tag selbst zum Fumaca Wasserfall begleiten sollte.

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Ankunft in Lencois – Chapada Diamantina

Die Chapada Diamantina ist ein riesiger Nationalpark im Landesinneren Bahias, der jede Menge Natur, Fluesse, Wasserfaelle, Felsformationen, Tropfsteinhoehlen, Wanderwege und vieles mehr bietet. Der Name beruht auf dem Ort fuer Flaches Land, Ebene (Chapada) und seiner Historie als Gebiet vieler grosser Diamantenmienen (Diamantina). Ausgangspunkt fuer Exkursionen ist der beschauliche Ort Lencois, in dem sich Backpacker und Hiker aus aller Welt treffen.

Wir kamen morgens mit dem Nachtbus recht frueh in Lencois an, es muss etwa 04:30 gewesen sein. Obwohl der Busfahrer seine Sache recht ordentlich gemacht hat, konnte ich nur wenig schlafen und war dementsprechend muede… Wir fuhren gemeinsam mit Sabrina, einer Oesterreicherin die wir im Bus kennengelernt hatten, gemeinsam in unser Hostel und klingelten den Nachtportier aus dem Schlaf. Tataechlich konnten wir schon um 05:00 Uhr morgens das Zimmer beziehen, perfekt! Ich brauchte allerdings nach der naechtlichen Aktion trotztem noch mal zwei Stunden, bis ich wieder schlafen konnte. Gegen 10:00 rafften wir uns dann gerade noch rechtzeitig zum Fruehstueck auf, was erstaunlich umfangreich und vielseitig war. Da man die Touren immer schon am Vortag buchen muss konnten, entschieden wir uns dafuer, auf eigene Faust zu einem nahegelegenen Wasserfall zu wandern. Adela war ja schon mal hier und kannte sich ein wenig aus. Nach ein bisschen herumfragen fanden wir ihn dann auch. Es war eigentlich weniger ein Wasserfall als mehr eine Wasserrutsche.

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Das wenige Wasser des Flusses Wasser lief den schraegen Stein herunter, der im Laufe der Zeit schon eine Weiche Form angenommen hatte, und endete in einem grossen Becken voll schwarzem Wasser. Die Farbe hat allerdings keineswegs etwas mit Dreck, sondern mehr mit dem hohen Mineralgehalt zu tun. Wir erfrischten uns also in dem kuehlen Wasser und nahmen die Wasserrutsche naeher unter die Lupe. Man konnte den schraegen Stein an der Seite heraumklettern, wo es trocken war. So kraxelte ich als erster hinauf, um mich dann weiter oben in den Wasserstrom zu schwingen. Der Stein war tatsaechlich sehr weich und rutschig, so dass ich schnell Fahrt aufnahm, und mit einem ordentlichen Tempo in das Wasserbecken rauschte. Ein natuerliches Spassbad, der Hammer! Waehrend wir anfangs noch alleine waren, trafen im Laufe des Nachmittags auch andere Gruppen ein. Die beiden Englaender Mat und Mike, die wir schon aus Salvador kannten, waren auch dabei. So war das Naturbad bald von jubel schreihenden rutschenden und Salto-schlagenden Menschen erfuellt. Einer der brasilianischen Tourguides stellte seine ganze Koerperbeherrschung zur Schau, als er stehend die Wasserrusche herunter surfte, sich anschliessend aus dem Wasser an einer steilen Felswand hoch hechtete, die er dann ungesichert wie ein Affe erklomm.

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Zuerueck in der Pousada gingen wir dann in die Stadt, um unsere Tour fuer den naechsten Tag zu organisieren. Wir wollten zum Einstieg eine Sightseeing Tour machen, die her vielerorts angeboten wird. Fuenf Attraktionen an einem Tag, das klang vielversprechend. Da auch die Amerikaner mitlerweile eingetroffen waren, die noch weitere Bekannte im Schleptau hatten, waren wir eine groessere Gruppe. Wir entschieden uns deshalb gegen eine Reiseagentur, die uns preislich kaum entgegen kommen wollten. Stattdessen sprachen wir auf der Strasse einfach ein paar Locals an und fragten sie nach guten Guides. Wir wurden an einen Guide namens Ari verwiesen, der auf mitten auf dem Marktplatz Sass und einen serioesen Eindruck auf uns machte. Er wollte uns die Tour in Eigenregie organisieren, ein Bus, ein Fahrer, ein Guide, die jeweiligen Eintritte fuer die Attraktionen muessten wir dann noch auf eigene Faus zahlen. Nach gruendlichem Durchrechnen kamen wir so auf 85 Reais pro Person, statt der in den Agenturen geforderten 140 – 160 Reais. Nachdem wir alle davon ueberzeugt hatten, willigten wir also ein und buchten die Tour, die wir schon mal zur Haelfte anzahlen mussten. Die Gelduebergabe fand dann zum Glueck nicht mehr im freien Statt, sondern in einem Buero. Wie sich spaeter herausstellte hatten wir mit Ari genau die richtige Wahl getroffen. Er war ehemalier Praesident der Tour-Guide Vereins in Lencois und war sogar in unserem Reisefuehrer mit Handy-Nummer als ausdrueckliche Empfehlung vermerkt – ein Gluecksgriff! So gingen wir sehr erschoepft schlafen und ruhten uns fuer de bevorstehende Tour aus.

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