von der Metropole in die Hippie Kommune

Heute ist Dienstag, wir sind in Canoa Quebrada (zerbrochenes Schiff), ich sitze auf der Veranda unserer Hippie Unterkunft, Adela liegt vor mir auf der Haengematte mit Blick aufs Meer und schleft ein wenig. Hier in diesem Oertchen ist Ruhe angesagt, was uns nach zwei Reisetagen ganz gut passt.

DSCN8768

Die Zeit in Jericoacoara war sehr schoen, ein super Ort, dort konnten wir nach der Grossstadt Fortaleza erstmal wieder zu uns selbst kommen. Die Duenenlandschaften dort waren schon irre. Vor zwei Tagen, am Sonntg Morgen, sind wir zurueck nach Fortaleza gefahren. Auf der Fahrt haben wir noch mal ein paar Stunden Halt an einer der Lagunen gemacht, so konnten wir uns langsam vom Paradies entwoehnen. Abends in Fortaleza zurueck sind wir in einem Backpacker Hostel untergekommen, nicht wirklich Komfort, aber fuer eine Nacht genau das richtige.

Abends versuchten wir dann noch in unserer ersten Unterkunft etwas Geld wiederzubekommen. Wir hatten die Pousada ueber das Internet gebucht (schon im November), es war bis zum Zeitpunkt unserer Reise aber noch nichts abgebucht worden. Also hatten wir bei der Abreise bar bezahlt. Vor ein paar Tagen schickte Louis mir dann die Kartenabrechnung, auf der dann noch mal die Abbuchung zu finden war, zu mindest fuer die Haelfte der Zeit. So reklamierten wir, aber der Mensch an der Rezeption vertroestete uns auf morgen, da er nicht mehr an die Unterlagen kaeme, ausserdem braeuche er einen Ausdruck unserer Abrechnung, den wir natuerlich ohne Drucker kaum liefern konnten. So gingen wir schlafen und versuchten es am naechsten Morgen auf ein Neues. Diesmal waren gleich mehrere Kollegen da, die uns alle noch gut in Erinnerung hatten. Wir hatten bei unserer Ankunft als einzige Auslaender schon fuer viel Aufsehen gesorgt ;-) Nachdem wir jedem einelnen nochmal die Situation zu erklaeren versucht hatten und sie es dennoch nicht so richtig verstanden, warteten wir noch weitere 1,5 Stunden, in denen sie ihre Unterlagen wieder und wieder durchsuchten und miteinander diskutierten. Am Ende gaben sie uns schliesslich doch unser Geld wieder, so dass sich das Warten fuer uns doch gelohnt hatte. So konnten wir uns endlich aufmachen. Wir wollten es diesmal so richtig im Backpacker-Style versuchen, mit dem Linienbus zum Busbahnhof und von dort aus mit einem Ueberlandbus nach Canoa Quebrada.

20130128_120450

 

20130128_120529

Die Reise kostete so nur 20 statt 40 Reais pro Person, die man fuer einen Shuttlebus mit Tuer zu Tuer Service bezahlt haette. Auch wenn es nur Kleingeld ist wollten wir es mal so richtig “echt” durchziehen. Der Bus kam direkt, die Fahrt durch die Stadt war recht holperig, aber voellig ok. Wir hatten dem Kassierer im Bus gebeten, uns bei der Haltestelle bescheid zu geben, was er auch tat. Allerdings hielt der Bus wie an den anderen Haltestellen auch nur ca. 3 Sekunden, in denen wir es nicht nach draussen schafften. Auch auf viel gezeter hin, fuhr der Busfahrer einfach stur weiter, selbst andere Mitfahrende maulten ihn schon an, so dass er schliesslich doch auf halbem Weg zur naechsten Haltestelle noch mal fuer uns halt machte… Wir liefen also ein Stueck zurueck, kauften unser Ticket und stiegen nach ca. einer Stunde in den Bus nach Canoa Quebrada ein.

Die Fahrt war sehr angenehm, endlich mal ein entspannter Fahrer hier. Wir hatten keine Unterkunft gebucht und gingen zunaechst zu einer Empfehlung des Reisefuehrers. Die Pousada gab es noch, allerdings hatte sie sich in den letzten drei Jahren vom kleinen Hostel zum Luxus Spa entwickelt. Die Preise waren zwar ok (wir handelten auf 108 Reais/Tag runter, ca. 45 Euro), aber wir wollten noch ein bisschen weiter suchen. Die nette Frau an der Rezeption bot uns an, dass wir unser Gepaeck da lassen koennten, was wir dankend annahmen. Wir fragen uns noch ein bisschen durch und schauten uns die eine oder andere Unterkunft an, faszinierend war, dass immer wenn wir sagten, dass wir etwas guenstigeres suchten, uns die Leute Empfehlungen fuer andere Unterkuenfte machten, anstatt beleidigt zu sein oder Aehnliches: “Ja, da gibt es eine nette Pousade weiter unten, da kostet es nur die halfte, fragt doch mal da”, bekamen wir zu hoeren. So sind wir jetzt in unserer entspannten Hippie Unterkunft bei Sergio und Marcia gelandet, wo wir nur noch 60 Reais die Nacht zahlen, einen tollen Garten haben, das Meer sehen koennen waehrend wir in der Haengematte liegen und jeden Morgen von den spirituellen Guru dieser Erde geweckt werden, die uns gemeinsam auf einem Gemaelede an einer Mauer am Morgen anlaecheln.

DSC_0176

 

DSC_0187

 

DSC_0172

Um dia no Paraiso!

Wir stellten uns zeitig den Wecker, da wir als allererstes versuchen wollten, in der Post Geld abzuheben. Beim Fruehstueck kam ein Guide vorbei und fragte uns, ob wir die Lagoa Tour mitmachten wollten, die um 08:30 beginnen sollte. Wir lehnten ab, da wir ja noch kein Geld hatten, worauf er uns antwortete, dass er uns auf der Tour auch in Jijoca zum Geldautomaten bringen koenne. Das liessen wir uns natuerlich nicht zweimal sagen, da wir alleine fuer die Fahrt dahin schon vierzig Reais haetten zahlen muessen. Also rasch die Sachen gepackt und rauf auf den Pickup. Die Fahrt ging wieder durch die skurrile Dunenlandschaft und dann am Strand entlang, bis wir irgendwann die erste Lagoa erreichten.

DSCN8451

 

DSCN8471

Mitten in der Wueste ein kleiner Suesswasser See, wahrscheinlich vom Regen oder Grundwasser gefuellt. Wir wateten hindurch und liessen uns unter den Sonnenschirmen nieder, ein traumhaft schoener Ort zum entspannen. Wir trafen hier auch ein Schweiz/Brasilianisches Paerchen wieder, mit denen wir schon zusammen im Bus angereist waren. So plauschten und planschten wir ein wenig bei ein paar frischen Kokusnuessen. Zum Mittag ging es dann zur zweiten Lagune, wir machten noch den Abstecher nch Jijoca und konnten endlich Bargeld abheben, was hier wirklich die groesste Herausforderung ist… Dann ging es zurueck zur Lagune: Tuerkis-gruenes, glasklares Wasser mit haengematten darin, der feinste weisse Strand, die Worte einer brasilianerin aus Jeri trafen es perfekt: “Looks like Tahiti!” sagte sie uns am Abend zuvor, und damit hatte sie recht.

DSCN8540

 

 

DSCN8567

Wir verbrachten einen tollen Tag im Paradis, es war wirklich unglaublich schoen! Auf dem Weg zurueck fuhren wir erneut durch die Wueste, wo wir kurz eine PAuse machten und etwas Zeit hatten, uns hier zu bewegen. Wir erklommen die Sandberge und tollten herum, sprangen ueber die Duenenabhaenge und machen allerlei Unsinn :-) – eine wirklich beeindruckende Landschaft.

DSCN8671

DSCN8645

Abends trafen wir uns dann noch mit den Schweizbrasilianern, Anna-Paula und Augustino, in ihrer Pousada, wo eine Live Samba Pool Party stieg. So liessen wir den traumhaften Tag bei ein paar kuehlen Caipirinha und Samba Beats ausklingen…