Ostern in Iguacu

Brasilianische Seite

Am Ostersonntag sind wir morgens wie geplant zur brasilianischen Seite des Wasserfalls gefahren. Nach einem, für die brasilianischen Verhältnisse sehr gutem, Frühstück sind wir gut gestärkt mit dem öffentlichen Bus losgefahren. Nach den Erlebnissen in Rio waren wir auf das schlimmste eingestellt, so konnte uns die lange Schlange nicht groß schockieren. Nach der ersten Schlange für die Tickets reihten wir uns brav in die zweite für den Bus Transport ein. Nach insgesamt etwa einer Stunde waren wir dann am ersten Ausgangspunkt, von wo aus man gut die Sightseeingtour beginnen konnte. Es ging einen kleinen Dschungel Pfad entlang, der dann schnell zum Flussufer führte und uns bereits erste Blicke auf die fallenden Wassermassen erhaschen ließ.

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Wir liefen weiter das Flussufer entlang, immer wieder gab es Aussichtspunkte, an denen sich Horden von Touristen versammelten, um ein Foto von sich vor der traumhaften Kulisse zu schiessen, so hielten wir es auch.

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Endlich erreichten wir dann das Ziel, eine letzte Aussichtsplattform, die in den Fluss hinein gebaut war, und einen sehr nahe an das tosend herabregnende Wasser gelangen ließ. Schon von weitem war gut zu erkennen, dass es ein ziemlicher Hexenkessel war, jeder wollte dort den Abschluss der Tour krönen.

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Wir versuchten erfolglos uns vorzuschummeln, die Ordner waren leider zu aufmerksam… so entschieden wir uns dafür, die Plattform auszulassen und stattdessen auf andere Weise näher an den Wasserfall heranzukommen: mit dem Boot!

Wir buchten also eine 2 Std Tour mit Dschungelwanderung, was wir nicht bereuen sollten. Daß wir nass werden würden wussten wir vorher, daher legten wir ab was möglich war und stiegen in die Schwimmwesten und auf das Speedboat. Wir fuhren stromaufwärts richtung der Wasserfälle, wo bereits heftige Stromschnellen unser Boot durchschaukelten, ein riesen Spaß mit Adrenalinfaktor. Im Eiltempo ging es über die Wellen, bis wir dann schließlich den Wasserfall erreichten, den wir nun aus direkter Nähe betrachten konnten. Viel zeit blieb dafür allerdings auch nicht, denn schon hielt der Steuermann direkt auf den Wasserstrahl zu und lenkte das Boot mitten hindurch. Schnell waren alle pitschnass und kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Wir drehten dort ein paar runden, immer wieder unter dem Wasser hindurch, sodass danach alle bis auf die Unterwäsche durchnässt waren. Auch auf der Rückfahrt legte sich unser Kapitän so richtig ins Zeug und drehte eine Pirouette nach der nächsten und ließ das boot dabei geschmeidig über die Wellen gleiten.

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Dann ging es fix zurück, da wir keine Wechselklamotten dabei hatten und uns auch keine Lungenentzündung zuziehen wollten. Im Hotel angekommen, buchten wir noch schnell eine Tour für den kommenden Tag, auf der argentinischen Seite.

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Argentinische Seite

Wir wurden am nächsten Tag direkt morgens im Hotel abgeholt, was für ein Luxus. An der argentinischen Grenze regelte unser Busfahrer alle Formalitäten, so dass wir entspannt warten konnten, bis das Prozedere vorüber war. Hier kamen wir auch mit Frank ins Gespräch, der aus Berlin stammte und sich ebenfalls für Fotographie interessierte. Im Nationalpark in Agentinien angekommen schlossen wir uns in kleinen Grüppchen zusammen. Während wir mit Frank durch den Park liefen und  ein wenig über Kameras fachsimpelten, entwickelte Adela, die bei dem Thema Fotografie normalerweise die Augen verdreht, ungeahnte Qualitäten als Foto-Assistentin.

Die argentinische Seite war deutlich leerer als die Brasilianische. Die Argeninier hatten an diesem Ostermontag zwar noch frei, die extremen Touristenmassen des Vortags blieben uns an diesem Tag aber zum Glück erspart. Der grösste Teil des Geländes war oberhalb des Flusses gebaut und bot beeindruckende Ansichten aus nächster Nähe auf den Wasserfall. Wir fuhren zuerst ein Stück mit einer Bahn zum Highlight des Parks: El Cueva Diablo, die Höhle des Teufels. Das Herz des Wasserfalls, was wir am Vortag ja leider nicht hatten richtig sehen können, konnten wir nun aus nächster Nähe bestaunen. Die enormen Wassermassen sorgten für eine dermassen hohe Luftfeuchtigkeit, dass es schwierig war, hier Fotos zu schiessen, ohne dabei die Kamera zu ruinieren, ein paar Aufnahmen gelangen dennoch.

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Auf das zweite Highlight des Parks, eine kleine Insel mitten im Fluss, die eine Rundumansicht auf den Wasserfall ermöglicht, konnten wir leider nicht mehr gelangen. Es sind täglich nur eine bestimmte Menge Personen zugelassen, sehr sinnvoll wie wir alle fanden, allerdings war für den heutigen Tag bereits das Limit erreicht. So nahmen wir noch die anderen zahlreichen Wanderwege, die ebenfalls tolle Ausblicke boten. Wir sahen ausserdem Krokodile im Fluss, riesige, Wels-artige Fische, farbenprächtige Schmetterlinge und mit Regenbögen verzierte Wasserfall-Anblicke. Die argentinische Seite war wirklich noch um einiges schöner, als die brasilianische.

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Wildlife und Vogelpark Iguacu

An unserem letzten Tag wollten wir eigentlich noch einen Wildpark besuchen. Hier werden verletzte Tiere aufgenommen und versorgt, um dann später wieder in die Wildnis entlassen zu werden. Hier sollte es Jaguare, Pumas und allerlei exotische Tiere geben. Leider war das Refugio Zoologico ausgerechnet Dienstags geschlossen. So gingen wir alternativ in den Vogelpark, in dem auch allerhand geboten wurde. Viele Papagai-Arten, unter Anderem Aras, die uns mit “Hola!” begrüssten, Eulen, Kolibris und Schmetterlinge in Hülle und Fülle. Am besten gefielen uns die Freiluftgehege. Im ersten waren hauptsächlich Tukane zu bestaunen, nicht umsonste trägt er den Beinamen Paradisvogel. Im zweiten waren Papageien in allen erdenklichen Farben zu sehen, die wirklich laut kreischten und dadurch für eine fast bedrohliche Stimmung sorgten. Es war eine sehr spezielle Atmosphäre, fast wie in der freien Natur. Im letzten Gehege waren riesige Schmetterlinge und Kolibris, die sich offenbar bestens verstanden.

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So genossen wir unseren letzten Tag in Brasilien, lagen noch ein bisschen am Hotelpool herum, entspannten uns in unserem luxuriösen Zimmer und gingen noch einmal schick essen. Denn der Rest unserer Reise stellte nun für uns beide absolutes Neuland dar. Für den nächsten Tag hatten wir ein Flugticket nach Asuncion in Paraguay gebucht, wo wir eine Nacht zwischenlandeten und übernachteten wollten, um dann am nächsten Tag zu unserem eigentlichen Ziel weiterzufliegen: Santa Cruz de la Sierra, die grösste Stadt im Zentrum des ärmsten Landes Südamerikas, Bolivien!