Der Titicaca See – Copacabana die Zweite

Wir fuhren morgens mit einem halbwegs bequemen Bus nach Copacabana. Die Strecke war gut ausgebaut, auch von dem Streik der Fährenfahrer war nichts mehr zu merken. Abgesehen davon, dass ich nicht schnell genug aus dem Bus kam und dann als einziger Passagier mit der Autofähre übersetzte, während Adela mit den anderen Reisenden in einem kleinen Personenboot übersetzte. Wir hatten in Copacabana bereits eine Unterkunft reserviert, die wir nach einem anstrengenden Marsch den Berghang hoch auch erreichten. Es waren zwar höchstens 150 Meter den Berg rauf, aber bei der Höhenlage um die 4000 Meter mit entsprechend dünner Luft war das schon eine Herausforderung…

Die Unterkunft war schlicht weg gesagt ein Traum. Wir hatten ein grosses Zimmer mit drei Betten, zwei Heizungen (was in diesem Land bei weitem keine Selbstverständlichkeit ist!) und: einen Kamin!, den wir auch häufig nutzten. Abends wurde es schon sehr kühl hier in den Bergen, in der Regel um den Gefrierpunkt. So lief Ofen und Heizung Abends eigentlich immer im Dauerbetrieb.

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Der Ort war sehr entspannt. Wir fanden hier viel Ruhe, Zeit uns auszuruhen und zu reflektieren. Wir fanden zahlreiche gute Restaurants, spazierten Abends auf den “Cerro Calvario”. Der Berg war eine Pilgerstätte für Christen und Abend-Sonnenanbeter. Von hier aus hatte man einen tollen Ausblick auf den Titicacasee, die Isla del Sol, auf die Stadt selbst und natürlich auch auf den Sonnenuntergang!

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Die Sonneninsel – Isla del Sol

An unserem zweiten Tag machten wir einen Tagesausflug auf die Isla del Sol. Die Bootsfahrt dauerte etwa zwei Stunden. Wir ließen uns an den Hafen im Norden fahren und wanderten den Tag über bis zum im Süden gelegenen Hafen. Tagsüber war es aufgrund des wolkenlosen, strahlend blauen Himmels immer recht warm. Die Kulisse erinnerte uns zudem fast an die italienische Riviera. Wäre das Wasser wärmer gewesen hätte man gut in den See hineinspringen können.

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Wir umwanderten die Insel und und genossen die tollen Ausblicke auf den See und die dahinter liegenden,schneebedeckten Bergketten. Die Insel ist wirklich ein sehr schöner Ort, noch ruhiger als es bereits Copacabana gewesen war.

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Wohnungswechsel

Nach drei Tagen wechselten wir noch einmal die Unterkunft. Nicht, weil uns die Unterkunft nicht gefiel, sondern weil wir direkt daneben eine noch viel traumhaftere gefunden hatten. Hier waren die Cabañas direkt am Hügel gebaut, mit einem Panorama-Blick auf den Hafen von Copacabana und den Titicacasee. Das Häuschen war rund gebaut und erinnerte an eine Muschel. Alle Möbel waren Massanfertigungen, ein trapezförmiges Bett, in dem bestimmt 4 Personen hätten bequem schlafen können. Dazu eine mit Gras bewachsene Terrasse mit Hängematten, Liegestühlen, Sonnenschirm und einer kleinen Sitzecke. Ein Traum von einem Ferienhaus! Hier verlängerten wir unseren Aufenthalt noch mal um drei Tage, so gut gefiel es uns hier.

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Wiedersehen mit David und Leo

An einem Nachmittag sassen wir gerade in einem Cafe und genossen die Sonne, als auf einmal David und Leo vorbei spazierten. Wir hatten die beiden Franko-.Schweizer auf der Osterinsel kennengelernt und hatten diese mit ihnen erkundet. Traveller treffen sich wohl überall wieder! Sie wollten gerade auf die Isla del Sol, also verabredeten wir uns für den kommenden Tag. Wir trafen sie also nach ihrer Rückreise, tranken noch einen Kaffee zusammen und tauschten unsere Reiseerfahrungen aus. Die beiden hatten dann einen Bus am Abend gebucht, so dass wir uns am späten Nachmittag wieder verabschiedeten. Aber wir hatten für diesen Abend sowieso etwas anderes geplant…

Sonnenuntergang im Jacuzzi

In unserer ohnehin schon traumhaften Hotelanlage gab es ein weiteres Highlight: Den Jacuzzi. Es war nicht etwa ein kleiner Raum mit einem kleinen Planschbecken darin, nein nein! Es war ein kleiner Swimmingpool mitten auf einer der grünen Terassen, unter freiem Himmel und mit Blick auf auf den Titicaca See! Der absolute Hammer! Für umgerechnet 1,50 € pro Person konnte man diesen für eine Stunde privat mieten, was wir an diesem Abend getan hatten.

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Als Begleitprogramm hatten wir uns Oliven, Käse, etwas Baguette und eine Flasche Weisswein besorgt. Wir machten es uns also zur Abenddämmerung in dem heissen Wasser bequem, genossen die Köstlichkeiten und das Leben im Allgemeinen. Die Sonne verschwand langsam am Horizont, der klare tiefblaue Himmel zeigte die ersten Sterne. Um uns herum herrschte nur Stille, wir hatten die Nacht für uns allein. Nach dem Erholungsbad gingen wir dann super entspannt in unsere Cabaña zurück und liessen den Abend vor dem knisternden Kamin ausklingen.

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Der Titicaca See in Bildern

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Pampas Tour – Rurrenabaque

Eine weitere Gegend, die wir in Bolivien erkunden wollten, war der im Norden gelegene Madidi Nationalpark, der in der tropischen Region, östlich der Anden liegt. Wir buchten die Tour von La Paz aus. Nachdem unser Flug aufgrund schlechter Wetterlage kurzfristig verschoben wurde, konnten wir dann doch los. Normalerweise fliegt der Anbieter Amaszonas mit kleinen Propeller Maschinen mit maximal 19 Personen. Wegen des Unwetters wurden wir in eine “große” Maschine mit 50 Sitzplätzen verfrachtet. Es war eine herrliche Aussicht. Innerhalb von 30 Minuten Flugzeit gelangten wir von Eis-bedeckten Bergkämmen in die flachen tropischen Regionen.

Die Landebahn war mitten im Dschungel, ausser der geteerten Strecke wies nichts auf Zivilisation hin. Wir wurden mit dem Bus zum “Flughafengebäude” gebracht, wirklich niedlich sah dieser aus.

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Wir wurden direkt in die Stadt gebracht und beim Hotel abgesetzt. Eine eher bescheidene Unterkunft, aber um eine Nacht dort zu bleiben, bevor die Tour los ging, genügte es. So ging es am nächsten Morgen nach einem minimalen Frühstück los.

Das erste Stück legten wir mit einem 4×4 Jeep zurück. Wir waren eine Truppe von 7 Personen, neben uns noch Engländer und Schweizer. Unterwegs lasen wir noch Katarina auf, eine Deutsche Medizinstudentin kurz vor dem Abschluss. Sie machte ihr Auslandssemester in Bolivien und lebte für den Moment in Rurrenabaque und war ausser mit unserem Guide leiert.

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Die Fahrt war ansonsten nicht übermässig spektakulär. Die Strasse nach Santa Rosa war einfach nur ein holperiger, wie die meisten Strassen in Bolivien. Wir assen zu Mittag, bevor es dann ins Boot ging. Ein langes Holzboot mit Aussenbordmotor sollte uns den Fluss herauf bringen. Wir hatten das meiste Gepäck in der Reiseagentur gelassen, so lagen wir leicht auf dem Wasser.

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Im Dschungel bedeutet Wasser Leben, die Tierwelt sammelte sich um den Fluss, da nach der Regenzeit die sumpfigen Gebiete immer weiter abnehmen, und der Fluss die einzige Wasserquelle ist. Wir sahen unzählige Vögel, die entweder hoch am Himmel nach Beute suchten, durch das Wasser starkten oder einfach ihr Gefieder in der Sonne trockneten.

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So hielten es auch die meisten Alligatoren, die überall am Flussufer herumlungerten. Sie hatten ihre Mäuler geöffnet, um die Sonne herein zu lassen. Nach Beute schienen sie nicht zu suchen, die gab es hier zur Genüge.

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Auch Wasserschilkdkröten sahen wir immer wieder, sich sonnend auf Baumstümpfen herumliegend.

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Und schließlich sahen wir noch die grössten und seltensten Vögel, die hierzulande herum fliegen. Sie hatten einen riesigen Hals, den sie offenbar aufblähen konnten. Der Name dieser Vögel ist mir leider entfallen.

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Die einzigen Säugetiere, die sich uns zeigten, waren eine Art Wasserratte, allerdings sehr gross für unser Verständnis von Ratten. Es waren wohl auch Raubtiere, wir haben sie häufig in der Nähe von Kaymanen und Alligatoren gesehen, sie schienen sich gegenseitig nicht unbedingt zu mögen.

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Das Geschrei, was wir später aus einem Gebüsch am Uferrand hörten, entpuppte sich als sehr aufgeschlossene Affenfamilie. Sie liessen sich gerne füttern, auf Streicheleinheiten reagierten sie allerdings allergisch.

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Im Camp angekommen bekamen richteten wir uns erstmal ein. Wir hatten die Luxus-Variante mit Privatzimmer gebucht, damit wir für die Tagestouren ausgeruht waren. Unser VIP-Zimmer war eine Holzhütte mit Reetdach, aber neben drei Einzelbetten war auch ein Doppelbett für uns hergerichtet worden. Ausserdem hatten wir ein eigenes “Badezimmer”, wenn man es so nennen darf. Naja, es war mehr Luxus, als wir erwartet hatten.

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Zum Sonnenuntergang fuhren wir noch zu einem nahe gelegenen Ort. Die Luna Bar war eine Baracke mitten im Nirgendwo, in der man überteurete Kaltgetränke erwerben konnte. So genossen wir den Sonnenuntergang bei einem kühlen Bierchen, während in einer anderen Welt gerade Dortmund und Bayern das Championsleague Endspiel bestritten.

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Nach dem Abendessen legten wir uns schlafen, um für den nächsten Tag fit zu sein. Anfangs war die Geräuschkulisse etwas ungewohnt. Ein Vogel oder die Affenfamilie aus dem Baum neben unserer Hütte hatte wohl entschieden, sich in dieser Nacht eine Unterkunft auf unserem Dach einzurichten. Es kratzte, scharbte und zischte die Nacht über. Als wir dann allerdings endlich schlaf fanden, war dieser tief und fest, bis zum nächsten Morgen.

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Wir wachten entspannt gegen 07:30 auf. Nach dem Frühstück ging es direkt los, Anacondas suchen. Wir suchten uns jeder ein paar aus dem Gummistiefelhaufen heraus, in der Hoffnung, dass diese kein Loch hatten. Die meisten waren ziemlich mitgenommen.

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Der Guide drückte mir noch eine Machete in die Hand, ich entschied mich aber doch für die Kamera.

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So stiefelten wir los, in den nahegelegenen Sumpf. Bereits beim ersten Matschloch musste ich feststellen, dass meine Sichtprüfung wohl nicht ausreichend gewesen war. Kalter Schlamm und Wasser quoll in meinen linken Stiefel und umspülte meinen Fuss… Na super. Wir watschelten weiter durch den Sumpf, die Augen immer auf den Boden gerichtet, falls sich in irgendeinem Grasbüschel vielleicht eine Schlange versteckte. Aber ausser vielen Vögeln, Schmetterlingen, Grashüpfern und unmengen von Moskitos lief uns nichts über den Weg. Einmal dachten wir, eine Schlange gefunden zu haben, doch es war nur ein Aal. Ein anderes Mal raschelte etwas in einem Büschel vor mir. Falls es aber eine Schlange gewesen sein sollte, war sie zu schnell verschwunden, als dass wir sie hätten sichten können. Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, da hörten wir unseren Guide Louis rufen: “Snake! Snake!”. Er hatte wirklich eine Anaconda gefunden und mit seinem Stab, der am Ende lediglich eine kleine Gabelung hatte, eingefangen. Er hielt sie zur Demonstration in die Höhe, dass wir sie alle betrachten konnten, es war schon ein recht gewaltiges Tier, ich vermute um die 2 Meter Länge.

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Nachdem wir sie alle begutachtet hatten entliess er sie dann wieder in die Natur. Sie schlängelte sich noch ihren Weg durch unsere Gummistiefel gepanzerten Beine und verschwand dann im Schlamm, offenbar froh, mit heiler Haut davon gekommen zu sein. Das war schon ein sehr beeindruckendes Erlebnis! Dann gingen wir zurück in die Lodge, wo wir uns erstmal vom Dreck entledigten. Die kalte Dusche fühlte sich herrlich an. Dann hatten wir noch ein bisschen Zeit uns auszuruhen, und die Ereignisse zu reflektieren, während wir in der Hängematte herumbaumelten. Und mit uns ein kleines Baby.

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Am Nachmittag ging es noch einmal mit dem Boot los. Wir fuhren Flussaufwärts, um nach rosa Flussdelphinen zu suchen. Immer wieder bildete der Fluss kleine Binnensee-Artige Ausläufer, in denen sich die Delphine tummelten. Ich hatte schon auf der Hinfahrt mit ihnen gebadet, so liess ich jetzt den anderen den Vortritt und begnügte mich damit, die Szenen einzufangen. Leider waren die Delphine wirklich schnell, so dass es schwer war, sie vor die Linse zu bekommen, hier und da gelang es dennoch:

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Sie schwammen um die Menschen herum, teilweise tauchten sie wirklich sehr neben uns auf, eine Meter entfernte Peter schienen sie besonders zu mögen, einer von ihnen spritzte ihn mit seiner Schwanzflosse nass. Es war immer ein aufregendes Erlebnis, wenn so ein grosses Wassertier direkt neben einem auftauchte. Delphine sind zwar in der Regel freundlich, es kam allerdings auch schon zu Unfällen, einige im Camp wurden von Delphinen gebissen.

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Das Schwimmen gehen an sich war ohnehin schon spannend, da überall am Flussufer Alligatoren und Kaymane herum lungerten. Die Guides hatten uns allerdings versichert, dass die meisten Raubtiere nachts Jagen und es ausserdem immer sicher sei, wenn Delphine im Wasser waren, da sie den Anfang der Nahrungskette bildeten und sich auch die Alligatoren nicht mit ihnen anlegen wollten. Das einzige gefährliche Tier hier war der schwarze Kayman, de bis zu 6 Meter lang werden konnte, wir sahen einen etwa 4 Meter langen, der sich jedoch glücklicherweise friedlich verhielt.

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Aber das Delphinschwimmen war zwar das Ziel unseres Ausflugs gewesen, aber uns sollte noch ein weiteres Highlight auf dieser Bootstour gegönnt werden. Zunächst sahen wir ein Faultier mit einem kleinen Baby oben in den Baumwipfeln herumhängen. Es war leider auf einem wirklich hohen Baum, so dass es auch mit einem Teleobjektiv nicht ohne weiteres einzufangen war.

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Und nachdem wir nun dachte, nun wirklich alle spannenden Tiere bereits gesehen zu haben, gab es doch wieder eine Überraschung. Das geschulte Ohr unseres Guides hatte die Vögel am Gezwitscher erkannt. Da waren tatsächlich zwei Papageien auf einem Baum, die einander zu trallerten. Wir beobachteten sie eine Weile, als wir dann den Motor wieder anwarfen wurden sie aufgeschreckt und flogen wie im Dschungel Buch über uns hinweg.

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Wir waren also wirklich in den Tropen!

Nach dem Abendessen machten wir noch mal eine Nachtsbootfahrt, um das Dschungel Leben in der Nacht zu beobachten. Anfangs war es noch sehr dunkel, der Mond war noch nicht aufgegangen. Wir sahen nur die Sterne am Himmel und nahmen die Geräusche um uns herum wahr. Es war eine ganz besondere Stimmung, so im Dunkeln auf dem Fluss zu treiben und eins mit der Wildniss zu werden.

Wir hatten Taschenlampen dabei, die wir dann später auch benutzten, um die Tiere zu entdecken. Die Augen aller Tiere reflektieren das Licht, so dass wir nach dem Einschalten der Lampen überall um uns herum, im Wasser, in den Bäumen, nur noch Augenpaare funkeln sahen. Der ganze Fluss war voll von Leben, auch in vollständiger Dunkelheit.

Nach etwa einer halben Stunde suchten wir uns einen ruhigen Ort, um den Mondaufgang zu beobachten, ein fast noch spektakuläreres Ereignis als ein Sonnenaufgang, wie ich finde. Gross und detailereich erhob er sich am Horizont über den Baumspitzen, zum greifen nahe, so kam es uns vor. Wir genossen die Stimmung noch ein wenig und fuhren dann zurück ins Camp, wo wir nach dem langen Tag müde ins Bett fielen. Auch in dieser Nacht war wieder viel Leben um unsere Hütte herum. Dem klang nach hatten sich eine gruppe grosser Vögel mit den grossen Wasserratten angelegt. Das Gebrüll beider spezies hielt mich noch einige Zeit wach, bis ich endlich schlaf fand.

Am morgen des dritten und letzten Tages der Tour gingen wir Angeln. Die Zielsetzung war klar: Wir wollten Piranhas fangen. Wir verbrachten etwa 1,5 Stunden mit unseren Angelleinen auf dem Boot. Das meisste, was wir aus dem Fluss holten, waren Katzenwelse, recht klein. Lediglich ein etwas grösserer biss uns an. Ich selbst holte auch einen aus dem Wasser, als ich ihn anfasste bekam ich allerdings seine ziemlich spitzen Stacheligen Flossen zu spüren. Glücklicherweise sind diese nicht giftig, so dass ich nach einer halben Stunde nichts mehr davon merkte.

Lynne gelang es tatsächlich, einen Piranha aus dem Wasser zu holen. Wir bestaunten seine Beisser, die zwar nicht gross aber doch recht scharf auf uns wirkten. Nachdem wir den Triumph über die Natur ausgiebig feierten entliessen wir alle Tiere wieder in ihr natürliches Lebensumfeld. Es lebe der Ecotourismus!

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Am Nachmittag machten wir uns dann wieder auf den Rückweg, mit Boot und Jeep. Wir verbrachten noch eine Nacht in Rurrenabaque, um auszuspannen. Abends gingen wir mit der Dschungel Truppe noch ein zünftiges Bier heben.

Der Rückflug am nächsten Morgen war eine spannende Angelegenheit. Während wir auf dem Hinflug wegen des schlechten Wetters in eine “grosse” Maschine mit 50 Plätzen verfrachtet wurden, sollte uns diesmal eine 18 Personen Propeller Maschine zurück nach La Paz bringen!

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Der Flug verlief zwar reibungslos, in einer so kleinen Maschine fühlte man sich allerdings schon wie ein Spatz in einem Orkan. Jede Windböe schien das Gleichgewicht des Luftschiffs bereits empfindlich zu stören. Adela wurde sogar ein bisschen übel, glücklicherweise war die Airline gut auf solche Fälle vorbereitet. Eigentlich wollten wir direkt weiter fahren, allerdings gab es mal wieder einen Proteste, wie so oft in Bolivien. Ausgerechnet die Bootsfahrer streikten, da man eine Brücke bauen wollte, was sie natürlich arbeitslos machen würde. So verbrachten wir doch noch eine Nacht in La Paz, bevor wir dann weiter reisen konnten. Nach Copacabana, an den legendären Titicaca See!

Und hier noch mal alle Bilder, dieses artenreichen Nationalparks Madidi:

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La Paz – Bolivien hat uns wieder

Glücklich darüber, Chile – das Land, dass uns uns ausgeraubt hatte – endlich verlassen zu dürfen, setzten wir uns in den Flieger nach La Paz. Die Stadt liegt auf 3650m mittenin den Bergen, allerdings in einem kleinen Tal inmitten eines Hochplatteaus. Die Kulisse ist einmalig, vor allem vom Flugzeug aus betrachtet. Wir fuhren direkt zu unserer reservierten Unterkunft, nochmal wollten wir nicht unvorbereitet in eine Stadt kommen. Die Unterkunft war ok, erwies sich aber Nachts als recht kalt. Gelegen war sie in der Autostrasse, wie wir sie nannten.

Gut strukturiert

Die Innenstadt von La Paz ist nach einem interessanten Schema aufgebaut: Jede Strasse hat ihr eigenes Thema. Während in unserer Strasse lediglich Geschäfte zum Kaufen von Reifen und KFZ-Zubehör zu finden waren, gab es benachbarte Strassen, in denen es ausschliesslich Malereizubehör, Trekkingklamotten, Tour-Organisationen, Küchenausstattung oder Elektroartikel gab. In jeder Strasse waren nur Geschäfte einer bestimmten Fachrichtung, so wusste man immer wo man etwas findet.

Ein besonderer Strassenzug war der Hexenmarkt. Die Kultur Boliviens ist noch viel mit der Natur und deren Geisterwelt verbunden. Die Pachamama, die Mutter Erde, ist eine der wichtigsten Gott-Wesen, die hier verehrt werden. Auf dem Hexenmarkt gab es daher allerlei spirituelles Zubehör. Unser Favorit waren die Lama-Föten, die hier überall in den Läden von den Decken hängen. Sie werden beim Hausbau in jede Ecke des Fundaments eingemauert, als Opfer für die Pachamama. Dies soll Glück bringen und die Pachamama vielleicht über die eine oder andere Schlampigkeit bei der Arbeit hinweg sehen lassen, auf das die Mauern halten mögen. Und siehe da, bis auf die fehlende Aussenwandfabe sehen die bolivianischen Häuser gar nicht so übel aus.

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Wir nutzten die meiste Zeit in La Paz, um unsere Bevorstehenden Touren nach Rurrenabaque und an den Titicaca See zu organisieren. Neben dem Buchen der Tour mussten wir hierfür noch einige Erledigungen machen, da uns ja ein grossteil unseres Trekking Equipments genommen wurde. So kauften wir zwei neue Tagesrucksäcke, eine Regenjacke für Adela und noch das eine oder andere Souvenir.

Nachdem ich mich auf der Osterinsel mit der Übergangskamera nicht wirklich anfreunden konnte, wollte ich ausserdem noch einmal nach Alternativen suchen. In Santiago war die Auswahl zwar gross gewesen, aber den doppelten Preis im Vergleich zu den europäischen Preisen war ich einfach nicht bereit zu bezahlen. So wagten Adela und ich uns noch einmal in die Technik-Strasse. Schnell wurden wir fündig, Kameras von bester Qualität, auch meine alte Kamera war hier zu finden. Ich zögerte noch, was ich tun sollte, als zwei deutsch sprechende Schweizerinnen ebenfalls in den Laden kamen und sich Kameras ansahen. Es stellte sich heraus, dass die beiden ebenfalls ausgeraubt wurden und sich ihre Kameras wieder besorgen wollten. Die eine von den beiden hatte ein Vorläufermodell der Kamera besessen, die ich in der Tasche hatte. So fragte ich sie zum Missmut des Ladenbesitzers, ob sie nicht meine drei Wochen Alte Kamera für einen guten Preis kaufen wollte, was sie freudig bejahte. Ich nahm es als Zeichen, verkaufte ihr also meine Kamera und kaufte mir meine alte mit noch etwas Zusatz-Equipment zu einem halbwegs fairen Preis zurück. Ich war glücklich! Jetzt war ich perfekt vorbereitet, um die vielfältige Tierwelt in Boliviens Dschungel abzulichten, denn es ging auf nach Rurrenabaque!

La Paz in Bildern